Warum muss man Gebiete befliegen?

Interview mit Marian Hertrich

Warum muss man vor einer Seismik-Kampagne das Gelände überfliegen?
Für die Seismik sind die Befliegungsdaten an mehreren Stellen wichtig. Für die Planung der Messauslage im Feld verwenden wir hochauflösende Geodaten. Neben existierenden topographischen Karten nutzen wir auch aktuelle Luftbilder, auf denen der Verlauf und Zustand von Feldern, Wegen und Überbauungen erkennbar ist. Auf den digitalen Geländemodellen erkennt man Änderungen des Geländes durch Kiesgruben, Steinbrüche, Deponien und grössere Bauprojekten, wie z.B. Strassen oder Bahnlinien. Die Daten einer Befliegung zeigen immer den neuesten Stand und sind daher verlässlicher als Landkarten. Bei der Auswertung der Seismikdaten werden die Höhenmodelle erneut verwendet, um die Position der Geophone exakt zu bestimmen in Gebieten, in denen die Vermessung z.B. mit GPS nur eingeschränkt möglich ist.

Worauf muss man bei der Befliegung achten?
Die Befliegung muss in einem Zeitfenster stattfinden, in dem die Bäume nur wenig belaubt sind, damit der Messstrahl die Erdoberfläche erreicht und nicht im Blätterdach reflektiert wird. Ausserdem sollte keine Schnee mehr vorhanden sein, da auch dieser die wahre Erdoberfläche verfälscht. Für die Aufnahme von Luftbildern muss man zusätzlich auf einen ausreichenden Sonnenstand achten, damit keine grossen Schatten vorhanden sind und die Bilder gut ausgeleuchtet sind. Diese Randbedingungen beschränken die Zeitspanne der Befliegung auf etwa Ende Februar, wenn die Sonne über Mittag hoch genug steht, bis Ende April, wenn die Vegetation zu dicht wird. In diesem Zeitfenster muss dann aber auch das Wetter stimmen, damit das Flugzeug überhaupt starten kann. Bei dichter  Bewölkung, Hoch- oder Bodennebel oder Regen kann die Messung  nicht durchgeführt werden.

Was waren die besonderen Herausforderungen?
Für erfolgreiche Messungen müssen alle Randbedingungen erfüllt sein. In dem kurzen Zeitfenster muss das Wetter stimmen, das Flugzeug muss verfügbar sein und kurzfristig ins Messgebiet mobilisieren und zusätzlich muss die Flugsicherung bei Ankunft im Messgebiet den Überflug bewilligen. Hier gibt es mitunter mehrere Anfragen für Überflüge, die sich überschneiden. Im Grossraum Zürich hat ausserdem der Flughafen Zürich natürlich absolute Priorität. All dies zu koordinieren kann schon eine rechte Herausforderung sein. 

Warum hat die Befliegung so lange gedauert?
Im vergangenen Jahr war es der lange, trübe Winter, der die Befliegung stark eingeschränkt hat. Es gab nur wenige zusammenhängende Flugtage, an denen brauchbare Daten erhoben werden konnten, bevor die Vegetation so weit fortgeschritten war, dass wir abbrechen mussten. Das war schon ziemlich frustrierend. Letztendlich konnten nur die Gebiete Jura-Südfuss und Jura Ost abgeschlossen werden. In diesem Jahr war die Gesamtwetterlage wesentlich besser, dieses Mal gab es allerdings mehrere Projekte in der Nordschweiz für Befliegung. Dadurch war es schwierig, die Bewilligung von der Flugsicherung zu bekommen. Da in anderen Projekten vergleichbare Daten aufgenommen wurden, sind wir sehr froh, dass wir die Synergien nutzen und die Daten teilweise von Dritten beziehen können.

Wie geht es nun weiter mit den Daten?
Aus den Laserdaten werden jetzt die Höhenmodelle berechnet. Anschliessend können die Luftbilder anhand des Höhenmodells korrigiert werden ,um letztendlich die Orthofotos zu erhalten. Die Auswertung und Aufbereitung kann bei dem Umfang der Daten noch mehrere Wochen dauern. Die finalen Daten werden nach einer Qualitätskontrolle in unsere Datenbank eingepflegt, so dass wir diese für alle weitere Planungsarbeiten verwenden können.

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Vorbereitungsarbeiten für 3D-Seismik

Zurzeit laufen die Vorbereitungsarbeiten zu den 3D-seismischen Untersuchungen für Etappe 3 des Sachplanverfahrens geologische Tiefenlager.

Das Partizipationsverfahren und damit die gesamte Etappe 2 des Sachplans haben 2013 Verzögerungen erfahren. Dies führte dazu, dass auch die Planung der 3D-Seismik-Untersuchungen für Etappe 3 angepasst werden musste. Die öffentliche Ausschreibung der Arbeiten ist erfolgt, die entsprechenden Feldarbeiten können aber erst 2015 begonnen werden.

Wir werden mit genügend Vorlauf über die Einzelheiten der Feldarbeiten und deren
Vorbereitungsarbeiten informieren.

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Befliegung zur Datenerhebung auch nachts

Für Etappe 3 des Sachplanverfahrens geologische Tiefenlager sind in den
Standortregionen vertiefende, geologische Untersuchungen (u.a. 3D-seismische
Messungen und Sondierbohrungen) notwendig.
Mittels Befliegung der Gebiete werden im Vorfeld der Arbeiten Daten für die
Erstellung der benötigten, hochauflösender Erdoberflächenmodelle gewonnen.
Diese Befliegungen konnten im vergangenen Frühjahr nahezu abgeschlossen werden.
Zum Abschluss der Datenerhebung erfolgt eine letzte Kampagne im Bereich des
Standortgebiets Nördlich Lägern.

Um belastbare Daten zu erhalten, muss die Befliegung im Frühling oder Herbst (wenig Vegetation), bei möglichst wolkenfreiem Himmel und wenn kein Schnee liegt erfolgen. Im Frühjahr 2013 konnte die Befliegung in Nördlich Lägern aufgrund der  Wetterverhältnisse nicht durchgeführt werden.  Deshalb wird sie in der jetzt folgenden vegetationsarmen Periode stattfinden. Um den Betrieb des Flughafens Kloten so wenig wie möglich zu stören, sind für die Datenerhebung ausnahmsweise einige Nachtflügen geplant. Die Nachtflüge werden im Zeitfenster 23:30 bis 2:00 Uhr mit einer zweimotorigen Cessna 402B in einer Flughöhe von rund 1300 m durchgeführt.

Je nach Wetterverhältnissen werden diese Flüge in voraussichtlich 2 bis 3 Nächten
ausgeführt. Wann genau dies sein wird, entscheidet sich sehr kurzfristig. Den
Abschluss der Arbeiten werden wir wiederum hier bekannt geben.

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Vorbereitungen für 3D-Seismik laufen an

Für Etappe 3 des Sachplanverfahrens geologische Tiefenlager sind in den Standortregionen vertiefende, geologische Untersuchungen (u.a. 3D-seismische Messungen und Sondierbohrungen) notwendig. Die Planung und Vorbereitungen der 3D-seismischen Messungen laufen bereits jetzt an.

Das Zürcher Weinland (heute Zürich Nordost) wurde schon in den 90er Jahren für den
Entsorgungsnachweis 3D-seismisch untersucht und am Wellenberg sind aufgrund seiner Topographie weitere seismische Messungen nicht sinnvoll. Da gemäss Sachplan geologische Tiefenlager noch nicht entschieden ist, welche Standortgebiete am Ende von Etappe 2 zurückgestellt werden, bereitet sich die Nagra darauf vor, die andern vier Standortgebiete Jura Ost, Jura-Südfuss, Nördlich Lägern und Südranden zu untersuchen.

Für die Planung der 3D-Seismik sind hochauflösende Luftbildaufnahmen erforderlich. Die Befliegung der Standortgebiete Jura Ost und Jura-Südfuss ist abgeschlossen. In  Nördlich Lägern konnte die Befliegung aufgrund der ungünstigen Wetterverhältnisse im Frühjahr 2013 noch nicht erfolgen. Sie wird in der nächsten vegetationsarmen Periode (Winter 2013/14) ausgeführt. Im Standortgebiet Südranden konnten Daten des Kantons Schaffhausen von einer Befliegung mit vergleichbaren Anforderungen bezogen werden.

Im Oktober werden die Arbeiten für die 3D-Seismik nun öffentlich ausgeschrieben. Im Rahmen der Offerterstellung ist vorgesehen, dass die in Frage kommenden Anbieter in den Regionen einen Augenschein nehmen. Da auf dem Schweizer Markt keine Anbieter für solche seismische Messkampagnen vorhanden sind, wird es sich um ausländische Firmen handeln.

Ziel ist, im 4. Quartal 2014 mit den seismischen Messungen zu beginnen und bis 2016
abzuschliessen. In zu grossen Teilen landwirtschaftlich genutzten Gebieten werden seismische Messungen idealerweise in den Wintermonaten durchgeführt, um die Arbeiten auf Feldern und Wiesen möglichst wenig zu beeinträchtigen. Der Ausschuss der Kantone und die Präsidien der Regionalkonferenzen wurden über den Ablauf informiert.

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Erste Resultate der seismischen Messungen liegen vor

Vom 24. Oktober 2011 bis 7. März 2012 wurden vier der sechs vorgeschlagenen Standortgebiete vertieft seismisch untersucht: Südranden, Nördlich Lägern, Jura Ost und Jura-Südfuss. Die Auswertung der umfangreichen Daten läuft aktuell auf Hochtouren. Erste Resultate liegen bereits vor. Die bekannten Strukturen im Untergrund haben sich bestätigt.

Die Nagra hat in den Wintermonaten 2011/2012 auf einer Länge von 300 Kilometern seismische Profilmessungen vorgenommen. Die Messungen dienten der vertieften Untersuchung der geologischen Standortgebiete und lieferten eine wesentliche Grundlage für die Beurteilung der Platzverhältnisse für geologische Tiefenlager. 121 Gemeinden und rund 1900 Grundstückbesitzer waren in die Messungen involviert. Aus den über 40’000 Einzelmessungen resultierten enorme Mengen an Rohdaten. Inzwischen ist die Datenverarbeitung abgeschlossen und die geologische Interpretation läuft auf Hochtouren.

Vibrationsfahrzeuge im Einsatz in der Nordschweiz. (Foto: Comet)

Gute Datenqualität
Aus früheren Untersuchungen (unter anderem aus dem Kristallinprogramm der Achtzigerjahre) liegen der Nagra bereits 1370 Kilometer seismische Profillinien vor. Die nun neu gemachten Messungen werden mit diesen bestehenden Linien synchronisiert. Damit ergibt sich ein aktualisiertes Gesamtbild des geologischen Untergrunds der Nordschweiz.
Die hohe Datendichte in guter Qualität ermöglicht ein vertieftes Verständnis der geologischen Langzeitentwicklung im Untersuchungsgebiet. Die engmaschig über die Nordschweiz verteilten seismischen Profillinien erlauben eine Präzisierung des Verlaufs der geologischen Strukturen, welche Standortgebiete begrenzen können.

Erste Resultate
Eine erste Grobauswertung der Strukturen des geologischen Untergrunds zeigt, dass es keine «Überraschungen» gibt. Das generelle Bild vom Aufbau der Tiefengesteine in der Nordschweiz hat sich aus geowissenschaftlicher Sicht nicht verändert. «Wir haben die Kenntnisse bezüglich Strukturen und Explorierbarkeit der Standortgebiete aber weiter vertiefen können», sagt Philip Birkhäuser, Projektleiter der seismischen Feldarbeiten der Nagra. «Die Daten bilden eine der Grundlagen für die anstehenden Entscheide zur Einengung der geologischen Standortgebiete.»

Geologisch interpretierter Abschnitt eines seismischen Profils. Die eingezeichneten farbigen Linien entlang der Reflexionen bezeichnen die verschiedener Gesteinsformationen (z.B. Opalinuston). An zwei Stellen werden geologische Störungszonen interpretiert (steilstehende Linien).

Seismische Messungen funktionieren ähnlich wie eine Ultraschalluntersuchung beim Arzt. Die Seismik liefert ein Abbild des Erdinnern bis in mehr als 1 Kilometer Tiefe. Vibrationsfahrzeuge oder kleine Sprengladungen an der Oberfläche erzeugen schwache Schwingungen, die sich im Untergrund ausbreiten und von den verschiedenen Gesteinsschichten reflektiert werden. Innerhalb von Sekunden erreichen diese «Echos» die an der Erdoberfläche angebrachten empfindlichen Messgeräte (Geofone). Diese wandeln die reflektierten Schwingungen in elektrische Signale um. Alle Daten werden zentral in einem Messwagen aufgezeichnet. (vgl. auch Beitrag vom 17. Oktober 2011: Prinzip der seismischen Messmethode)

 

 

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Auswertung seismische Messungen

Im Januar 2012, während in der winterlichen Nordschweiz noch Vibratoren die letzten Kilometer der Nagra 2D-Seismik-Kampagne absolvierten und die letzten Geophone noch im frostüberzogenen Boden steckten, wurde in einem warmen Büro in Hannover bereits mit der Auswertung der seismischen Messungen begonnen.

Herfried Madritsch begutachtet die seismischen Daten.

Dort fand die seismische Datenverarbeitung (Processing) statt. Spezialisierte Geophysiker analysierten dabei mit Hilfe leistungsstarker Computer und eigens dafür entwickelten Software-Programmen über 40‘000 Seismogramme, die auf Basis jedes einzelnen im Gelände absolvierten Vibrations- oder Schusspunktes und den dazugehörigen Geophon-Aufzeichnungen erstellt wurden. Zusammengehörende  Reflexionen aus den verschiedenen Seismogrammen wurden identifiziert und zu einem seismischen Profil zusammengefügt. Diese Profile folgen jener Spur, die die Vibratoren in der Nordschweiz zurückgelegt haben. Insgesamt 20 solcher Profile wurden erstellt und nach einer Serie von Qualitätskontrollen und Verfahren zur Signalverbesserung zur geologischen Interpretation bereitgestellt.

Diese Qualitätskontrolle begann im Sommer 2012 und wird von erfahrenen Geophysikern und Geologen in Zürich durchgeführt. Mit Hilfe der Informationen aus Tiefbohrungen korrelieren sie die in den Profilen zu sehenden Reflexionen mit geologischen Horizonten und Schichten und verfolgen ihren Verlauf über die Profile. Diese Kartierung erfordert viel Fachkenntnis zur Beurteilung der strukturgeologischen Verhältnisse im Untergrund bis über einen Kilometer Tiefe. Wichtig ist auch das Einbeziehen anderer Informationen, insbesondere der Geologie an der Erdoberfläche, was zeitaufwändig ist.

Mittlerweile stehen die ersten Zwischenergebnisse der Auswertung der 2D-Seismik 2011/12 zur Verfügung. Im November 2012, rund ein Jahr nach Beginn der seismischen Messungen, wurden diese provisorischen Ergebnisse den Vertretern der  Sicherheitsbehörde, den kantonalen Experten sowie dem Technischen Forum Sicherheit präsentiert.

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Messungen heute 14.15 Uhr abgeschlossen

Heute um 14.15 Uhr wurde in Neuhausen in der Unterführung zum Bahnhof Neuhausen Bad der letzte Messpunkt der grossen Seismik-Kampagen in der Nordschweiz gesetzt. Die Datenaufnahme des grossen Untersuchungsprogramms, das die Nagra durchführen liess, ist damit abgeschlossen. Bis die Ergebnisse vorliegen wird es Herbst oder sogar Ende des Jahres.

Letzter Vibrationspunkt in der Zollstrasse in Neuhausen

Aber heute galt es zunächst einmal zu feiern. Traditionell versenkt der Messtrupp an dem letzten Messpunkt eine Flasche Sekt im Boden. Mitten auf der Zollstrasse geht das natürlich nicht, darum wurde diese Tradition beim Messwagen durchgeführt. Eine Flasche wird kopfüber in den (weichen) Boden gesteckt. Ein Vibrationsfahrzeug wird direkt darüber eingewiesen, die Messplatte herabgesenkt und die Flasche im Boden versenkt. “Das bringt Glück”, schmunzelt Uwe Scharf, der als Berater der Nagra die Feldarbeiten draussen betreut hat. Wem bringt es Glück? Dem Land oder dem Kanton oder dem Auftraggeber oder der beauftragten Firma? Das kann sich jeder selbst aussuchen, so der diplomatische Ratschlag von Scharf.

Flasche versenken

Es wurde aber auch auf den erfolgreichen Abschluss angestossen. “Es war ein grosses Projekt”, ergreift Scharf das Wort und dankte allen Beteiligten für deren Einsatz. Alles habe gut geklappt und es habe – zum Glück – keine Verletzten gegeben. Das sei bei 300 Kilometern Messlinie, rund 100 Mann die von Montag bis Samstag von morgens 7 bis abends 20 Uhr im Feld arbeiten und sogar einige Nachtschichten einlegen mussten, nicht selbstverständlich. Zum Teil wurde in anspruchsvollem Gelände gearbeitet und zum Teil waren die Wetterbedingungen widrig.

Anstossen auf den erfolgreichen Abschluss

Heute schien zum Abschluss die Sonne als auf der viel befahrenen Zollstrasse in Neuhausen die letzten Punkte gemessen wurden. Und zumindest Corinna Gerfen, eine der beiden Frauen beim Messtrupp, die im Feld aktiv waren, scheint alle Widrigkeiten schon vergessen zu haben: “Meistens hatten wir schönes Wetter”, fasst sie zusammen. Und die Eiseskälte? “Ach, das war nicht so schlimm”, meint sie und strahlt mit der Sonne um die Wette. “Hauptsache man ist draussen”, fügt sie hinzu.

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Sonne, Schatten – und Kirschtorte

Unsere Informationsveranstaltung Seismik in Löhningen war breit angekündigt. Wir hatten Inserate geschaltet, die Medien informiert und waren mit den betroffenen Gemeinden im Gespräch. Wir hofften auf regen Besuch – immerhin wurden kurzfristig seismische Messungen im Gebiet Südranden durchgeführt, und da ist es nicht einfach, alle Beteiligten zufriedenstellend zu informieren. Fünf Mitarbeitende der Nagra waren am Samstag, 3. März eingeteilt, der interessierten Bevölkerung zwischen 10 und 13 Uhr vor der Volg-Filiale in der Hauptstrasse Auskunft zu geben.

Weil wir unsere mobile Ausstellung noch aufbauen mussten, waren wir bereits kurz nach 9 Uhr vor Ort. Aber wir waren nicht die Ersten. Auf der gegenüber liegenden Strassenseite hatte Klar! Schaffhausen einen grossen Informationsstand aufgebaut. „Die Leute aus den Regionen haben, wie man sieht, bessere Kenntnisse der lokalen Gegebenheiten“, sagten sie mit einem Augenzwinkern. Und wirklich: Sie standen in der Sonne, wir im Schatten.

Weil die Nagra aber nie weiss, ob ihr Wind entgegen bläst, wenn sie in die Regionen geht, ist sie oft gut vorbereitet. Dieses Mal hatten wir Kaffee organisiert. In diesem Zusammenhang nochmal vielen Dank an die Mitarbeiterinnen der Volg-Filiale, die uns eifrig unterstützten. Weil unser Projektleiter für die Seismik, Philip Birkhäuser, bei der Erklärung der Seismik gerne mal auf anschauliche Beispiele zurückgreift (schichtweise Anordnung im Gestein vergleichbar mit einer Torte) und weil die Information für die Bevölkerung in Löhningen der Abschluss unserer Informationstour war, gab es ausnahmsweise Schwarzwälder Kirschtorte.

Der Austausch über die Strassenseite hinweg funktionierte gut und freundlich. Mal schaute man sich das Informationsmaterial der anderen an, mal tauschte man sich für oder gegen Tiefenlager aus, mal interessierte das Thema Seismik. Auch wenn die grundsätzlichen Positionen meistens klar waren, waren die Gespräche anregend und bereichernd – nicht nur für die Besucherinnen und Besucher. Von ihnen nutzten viele beide Informationsquellen.

Insgesamt kamen etwa 40 interessierte Besucher an unseren Stand. Es gab viele spannende und teils sehr lange Gespräche. Wir bedanken uns bei allen für ihr Interesse an unserer Arbeit.

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Beim Erdhorchen zugeschaut

Von Gastautor Matthias Knill

“Mit den ergänzenden seismischen Untersuchungen gewinnen wir wertvolle Informationen über den Untergrund des Schweizer Mittellandes”, erklärt Philip Birkhäuser, Projektleiter der Nagra. Die zusätzlichen Messungen in diesem Winter dienen einer vertieften Untersuchung der Geologie und der Beurteilung der Entwicklung des Untergrundes über längere Zeiträume, aber auch der Vorbereitung für detailliertere, dreidimensionale Messungen in einem späteren Zeitpunkt.

Interessierte Gruppe

Seit mehreren Wochen bewegt sich ein Trupp von rund 100 Personen und mehreren gewichtigen Fahrzeugen durch das Schweizer Mittelland. Die Experten der DMT sind von der Nagra beauftragt, geophysikalischen Messungen in den potenziellen Standortgebieten auszuführen. “In der Schweiz gibt es kein Unternehmen, welches diese anspruchsvolle Aufgabe übernehmen könnte. Die Mannschaft des deutschen Unternehmens DMT beschäftigt sich täglich mit seismischen Messungen – meist im Zusammenhang mit Erdöl- und Erdgasvorkommen. Unlängst hat das gleiche Team in St. Gallen aber auch Untersuchungen für ein Geothermieprojekt ausgeführt”, so Philip Birkhäuser weiter.

Feldbesuch von Forum Vera

Vergleichbar mit dem Echolot in der Schifffahrt bilden die seismischen Wellen die Gesteinsschichten im Untergrund ab. Diese Wellen brechen sich an den Gesteinsgrenzen und werden dort reflektiert. Aufgrund der gemessenen Signale an der Erdoberfläche lassen sich die Strukturen im Untergrund abbilden. Im Messwagen wird die Datenqualität noch während dem Messvorgang überprüft.

Im Messwagen

25 interessierte Mitglieder der Regionalgruppen des Forums Vera liessen sich ab 24. Februar 2012 über die Methode der Seismik informieren. Der Feldbesuch zeigte auf, welcher Aufwand notwendig ist, um wissenschaftlich belastbare und vergleichbare Aussagen über die Geologie in einem möglichen Standortgebiet machen zu können.

Vibrationsfahrzeug

“An dieser Stelle vibrieren wir nur mit 40% und nur einem Fahrzeug. Im Untergrund befindet sich eine Wasserleitung. Schäden durch die Wellen müssen wir auf jeden Fall vermeiden”, erklärt uns der Projektleiter. Die seismischen Wellen werden mit tonnenschweren Fahrzeugen oder kleinerern Sprengungen angeregt. Die Messung erfolgt mit empfindlichen Messsonden, den Geophonen. Diese werden über weite Strecken ausgelegt und mit kilometerlangen Kabeln verbunden – dies alles erfordert eine sorgfältige Planung und Ausführung.

Feldbesuch

Zwischen den Informationsmodulen nutzten die Teilnehmenden des Forums Vera die Zeit, sich über die laufenden Arbeiten in den Regionalgruppen auszutauschen. Auch dazu konnte die von Markus Meyer initiierte Veranstaltung bestens genutzt werden.

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Winterliche Impressionen von den seismischen Messungen

Wie auch schon unsere Praktikantin Fabienne Reiser feststellen durfte, sind die seismischen Messungen bei eisiger Kälte eine körperliche Herausforderung. Aber es sei auch sehr schön, den ganzen Tag im Freien zu arbeiten, lautete ihr Fazit nach einer Woche unterwegs mit dem Messtrupp. Heute schalten wir ein Video von Beat Müller hoch, der die seismischen Messungen fotografisch begleitet hat. Er hat auch dieses Video gedreht mit schönen winterlichen Impressionen.

Messungen im Gebiet Südranden und Information der Bevölkerung

Heute wurden die seismischen Messungen im Gebiet Südranden begonnen. Insgesamt werden dort acht bis zehn Tage gemessen. Das heisst der Count Down läuft: Ende kommender Woche wird die Seismik-Kampagne in der Nordschweiz abgeschlossen.

Am Samstag, 3. März informieren wir die Bevölkerung über die seismischen Messungen im Gebiet Südranden. Von 10 bis 13 Uhr werden wir mit einer mobilen Ausstellung vor der Volg-Filiale in Löhningen anwesend sein und den Besucherinnen und Besuchern Rede und Antwort stehen. Es freut uns, wenn Sie vorbei kommen. Die Ankündigung können Sie hier herunterladen: Information Löhningen

Weiteres Vorgehen

Seismische Messungen funktionieren ganz ähnlich wie ein Ultraschall beim Arzt. Dieser hat ein Gerät, mit dem er von aussen in den Körper hineinschaut. Auch bei den seismischen Messungen bekommt man ein Abbild des Körpers. Allerdings ist der Körper viel, viel grösser als der menschliche Körper. Es ist der Körper von Mutter Erde. Auch wegen der viel grösseren Dimension dauert es bei unseren Messungen viel länger als bei einem Ultraschall, bis wir ein “Bild” in Händen halten können. Schon jetzt wurde mit der Auswertung der Ergebnisse begonnen. Konkrete Ergebnisse erwarten wir bis Ende des Jahres.

Die Ergebnisse, die wir aus diesen Untersuchungen gewinnen, fliessen zusammen mit vielen anderen Daten in den Einigungsprozess für die Standortwahl eines geologischen Tiefenlagers ein. Voraussichtlich Mitte 2013 wird die Nagra die verbleibenden Standortgebiete beim Bundesamt für Energie einreichen. Dann folgt der Überprüfungsprozess durch die kontrollierenden Instanzen. Es wird erwartet, dass in etwa drei- bis dreieinhalb Jahren der Bundesrat über die verbleibenden Standortgebiete entscheidet.

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